Geeignete Verstärker

Die Wahl des Verstärkers zur Erzeugung der Reizstromimpulse spielt für die Sicherheit und das Empfinden der Elektrostimulation eine zentrale Rolle. Es gibt Geräte, die nur bedingt brauchbar sind und solche, die für diesen Zweck ideal geeignet sind.

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Bühnenverstärker
HiFi-Verstärker
ELA-Verstärker
Empfehlungen für Verstärker
Anschluss
MP3-Tracks
Sicherheitsaspekte

Bühnenverstärker

Bühnenverstärker zeichnen sich durch hohe Ausgangsleistungen bei niedrigen ImpedanzenDie Impedanz ist ein Maß dafür, welche Last eine Spannungsquelle antreiben kann.
Je höher die Impedanz ist, desto geringer ist die Stromstärke. Die Impedanz wird wie der elektrische Widerstand in Ohm angegeben.
aus. Um bei niedriger Impedanz (Bühnenverstärker haben meist 2 bis 4 ΩOhm; Einheit für den elektrischen Widerstand) eine hohe Leistung zu erzielen, sind sehr hohe Stromstärken bei relativ kleinen Spannungen erforderlich. Sie sind deshalb sehr spannungssteifspannungssteif bedeutet, dass die Ausgangsspannung unter erhöhter Last nur geringfügig abfällt.
Eine spannungssteife Stromquelle liefert in der Regel hohe Stromstärken, kann deshalb aber bei einem Kurzschluss zerstört werden.
. Außerdem haben sie meist einen relativ breiten Frequenzbereich. Viele dieser Geräte sind im Frequenzbereich allerdings auf ein bestimmtes Instrument zugeschnitten. Ein Bassverstärker ist für die Elektrobehandlung eher ungeeignet, während ein Gitarren- oder Gesangsverstärker viel besser geeignet ist. Für die Elektrostimulation sind solche Verstärker durch ihre relativ niedrigen Ausgangsspannungen jedoch generell nur bedingt geeignet. Ein weiterer Nachteil ist die hohe Spannungssteifigkeit. Sollte es am Ausgang zu einem Kurzschluss kommen, besteht die Gefahr, dass der Verstärker überlastet wird und dadurch Bauteile in der Endstufe zerstört werden.
Diese Art von Verstärkern ist in der Regel für die EES völlig überdimensioniert, denn sie haben Leistungen über 150 Watt; manche Modelle stellen 1500 Watt und mehr zur Verfügung.


HiFi-Verstärker

HiFi Audioverstärker haben ähnliche Eigenschaften wie Bühnenverstärker, mit dem Unterschied, dass sie auf einen möglichst linearenEin linearer Frequenzgang bedeutet, dass alle Frequenzen im Übertragungsbereich mit dem gleichen Pegel übertragen werden. Die Ausgangsleistung ist über den gesamten Frequenzbereich gleichmäßig verteilt. Frequenzgang hin optimiert sind. Ihre Ausgangsspannungen sind etwas höher, die Impedanzen liegen bei 4 bis 8 Ω. Sie sind nicht ganz so spannungssteif und eignen sich wegen der höheren Ausgangsspannungen etwas besser für unseren Zweck. Der besonders breite Frequenzbereich ist für unsere Anwendung überhaupt nicht nötig, weil für unseren Zweck nur Frequenzen von 100 Hz bis ca. 8-10 kHz benötigt werden.
Oft sind in solchen Verstärkern Entstörfilter verbaut, die einen kapazitiven Spannungsteiler darstellen. Dadurch liegt möglicherweise die halbe Netzspannung am Massekontakt an. Wenn dann die zu behandelnde Person Kontakt zu einem größeren Metallkörper hat, dann fließen diese Fremdspannungen über den Körper ab, was sich störend auswirkt und unter Umständen auch gefährlich werden kann.
Sowohl Bühnen- als auch HiFi-Verstärker haben fast immer einen Ausgang, der einseitig auf Masse liegt. Dies könnte ein Sicherheitsproblem ergeben, nämlich dann, wenn das Gerät einen zweipoligen Netzstecker ohne Schutzkontakt hat. Unter Umständen können durch kapazitive Einflüsse Fremdspannungen anliegen.

[So kann man das feststellen]

Bei HiFi-Verstärkern ist es eine Tugend, wenn sie im Frequenzbereich sehr weit nach unten reichen. Die besseren Geräte übertragen problemlos Frequenzen von 2 Hz bis hin zum GleichstromZur Problematik mit Gleichstrom. Dies ist aber für unseren Zweck eher von Nachteil und könnte sogar zu Sicherheitsproblemen führen.

Sicherheitshinweis

Die Ausgänge von Bühnen- und HiFi-Verstärkern sind ziemlich spannungs­steifspannungs­steif bedeutet, dass die Ausgangs­spannung bei Belastung nur geringfügig abfällt. und liefern wegen ihrer niedrigen Ausgangsimpedanz sehr hohe Stromstärken. Sollte es am Ausgang zu einem Kurz­schluss kommen, besteht deshalb die Gefahr, dass dadurch die Transistoren in der Endstufe zerstört werden. Unangenehmerweise neigen durchgebrannte Transistoren dazu, die angelegte Spannung voll durchzulassen. Das bedeutet, dass ein durch Kurzschluss beschädigter Verstärker am Ausgang eine hohe Gleichspannung (ca. 30 bis 50 Volt) führt, die zu Verbrennungen der Haut zwischen den Elektroden führen kann.
Es ist also unbedingt darauf zu achten, dass die Elektroden niemals zusammen kommen, während der Verstärker in Betrieb ist!


ELA-Verstärker

ELA-Verstärker (ELA steht für "ELektroAkustik") wurden entwickelt, um in größeren Beschallungsanlagen (z.B. Bahnhöfen, Kirchen, Durchsage- und Rufanlagen) Verluste durch sehr lange Leitungen gering zu halten. Dies wird dadurch erreicht, dass am Ausgang die Spannung mittels eines ÜbertragersÜbertrager: Transformator zum Anpassen von Impedanzen. Besteht meist aus zwei voneinander isolierten Wicklungen, was eine galvanische Trennung zwischen Eingang und Ausgang gewährleistet. hoch transformiert und am jeweiligen Verbraucher (Lautsprecher) wieder herunter transformiert wird. Durch die höhere Spannung wird die gleiche Leistung bei geringerer Stromstärke übertragen. So können auch über lange Leitungswege höhere Leistungen übertragen werden, ohne dass Energie in Form von Wärme verloren geht. Ganz ähnlich ist es übrigens bei der Energieversorgung. Auch hier wird für die Überlandleitungen die Spannung hoch transformiert (bis zu 380 000 V), um die Leitungsverluste gering zu halten und beim Verbraucher wieder auf die normale Netzspannung von 230 V herunter transformiert.
ELA-Verstärker haben viel höhere Ausgangsspannungen bei einer relativ hohen ImpedanzDie Impedanz ist ein Maß dafür, welche Last eine Spannungsquelle antreiben kann. Je höher die Impedanz ist, desto geringer ist die Stromstärke.
Die Impedanz wird wie der elektrische Widerstand in Ohm angegeben.
, die in etwa dem Widerstand des menschlichen Körpers bei transkutanertranskutan (lat.): „durch die Haut” Einspeisung entspricht. Die Spannungssteifigkeit ist gering und der Frequenzbereich nicht ganz so breit; er reicht, bedingt durch den Ausgangsübertrager, etwa von 100 bis 12.000 Hz. Dieser Frequenzbereich ist genau der, den wir für die Elektrostimulation brauchen.
Der Verstärker der Wahl ist also vorzugsweise ein ELA-Verstärker, und zwar mit einer Nennleistung von ca. 10 bis 30 Watt. Dieser wird idealerweise am 75- oder 100 Volt Ausgang betrieben. Der Frequenzbereich sollte etwa bis 8 oder 12 kHz reichen. Der Vorteil besteht darin, dass diese Verstärker ihre hohe Ausgangsspannung mit Hilfe eines Ausgangstransformators (siehe Übertrager) erzeugen, was den Frequenzgang auf Töne oberhalb von etwa 100 Hz begrenzt. Dadurch sind Gleichspannungen am Ausgang ausgeschlossen und beide Pole des Ausgangs masse- und potentialfrei, was der Sicherheit sehr dienlich ist.
Diese Eigenschaften machen ELA-Verstärker zum idealen Werkzeug für die erotische Elektrostimulation.


Leider sind kompakte ELA-Verstärker mit angemessener Leistung schwer zu bekommen, während Geräte mit höherer Leistung sehr teuer sind. 20 Watt sind mehr als ausreichend, wobei aber eine Ausgangsleistung von 80 Watt durchaus noch als sicher zu betrachten ist. Man muss dann die Lautstärke nur etwas vorsichtiger dosieren.
Ein Ausweg aus dieser Misere besteht darin, einen HiFi-Verstärker oder einen Kleinverstärker beliebiger Art zu verwenden und am Ausgang einen so genannten 100V-ÜbertragerDiese Übertrager gibt es für wenig Geld im Elektronikfachhandel anzuschließen, der die Ausgangsspannung auf die gewünschten Werte wandelt und gleichzeitig den Ausgang galvanisch vom Netz trennt.
Dies sollte aber nur machen, wer sich mit Elektrotechnik etwas auskennt!


Empfehlungen für Verstärker

Ein Leser aus Wasserburg Dank an Harry  hat mir einen Hinweis auf einen recht brauchbaren ELA-Verstärker für etwa € 100,- gegeben.
Die Besonderheit an diesem Gerät: es kann MP3-Audiotracks direkt von SD-Karte (max. 2 GB) oder USB abspielen, hat einen 70V-Ausgang und eine Fernbedienung. Als besonderes Merkmal bietet er die Möglichkeit, ihn sowohl mit Netzspannung, als auch mit 12 Volt zu betreiben, was den Betrieb um einiges sicherer macht.
Dieses Gerät verfügt über eine Sirenentaste, mit der ein extrem lauter Heultonton erzeugt werden kann. Drücken Sie niemals diese Taste, während Sie an den Verstärker angeschlossen sind! Die Spannung, die ich am Ausgang gemessen habe, liegt bei ca. 170 Volt. Das ist nicht nur extrem schmerzhaft, sondern auch sehr gefährlich (Schock, Verbrennungen etc.). Ich erwähne das an dieser Stelle, weil diese Spannung auch für Liebhaber exzessiver Schmerzen viel zu hoch ist.

Anmerkung zum Deaktivieren der Sirenentaste [einblenden]

Ein anderer Anbieter (ebay) hat das gleiche Gerät zum Preis von ca. € 80,-. Ich habe mir diesen Verstärker vor etwa einem Jahr gekauft und bin sehr zufrieden damit.
Weitere Bezugsquellen für diesen Verstärker einblenden

In der Preisklasse um € 150,- ist der Audac COM3 angesiedelt. Er ist etwas luxuriöser, hat nur Netzbetrieb und keinen USB- oder SD-Kartenanschluss, dafür können aber die Eingangspegel auf der Geräterückseite begrenzt werden. Das kann böse Überraschungen verhindern...
Noch ein Gerät in etwa diesem Preisrahmen ist der PA-802USB von Monacor. Er bietet die Wiedergabe von USB-Anschluss und SD-Karte, passt von der Leistung am besten für die EES und kann auch mit 12 Volt betrieben werden.


Anschluss

Eingang

Die meisten ELA-Verstärker verfügen über mehrere Eingänge. In der Regel sind das zwei Mikrofoneingänge und ein Line-Eingang. Die Mikrofoneingänge sind für den Anschluss eines MP3-Players nicht geeignet, denn die sind mit 4 bis 100 mV viel zu empfindlich. Ein MP3-Player liefert bis zu 2 V und würde einen Mikrofoneingang übersteuern.
Der Player muss also an den Line-Eingang (heißt bei einigen Geräten auch AUX) angeschlossen werden, denn nur dieser ist auf die Ausgangsspannung eines MP3-Players angepasst.

Ausgang

An einen ELA-Verstärker können die Elektroden direkt an den 70 Volt oder 100 V-Ausgang angeschlossen werden. Dieser Ausgang passt mit einer Impedanz von ca. 500 bis 1.000 Ω ideal für unseren Zweck und ein weiterer Übertrager ist nicht erforderlich. Die Angabe »100 Volt« bezieht sich auf die Ausgangsspannung, die bei einem voll ausgesteuerten Sinuston mit einer Frequenz von 1 kHz anliegt und wird in der Praxis nur dann erreicht, wenn der Lautstärkeregler voll aufgedreht ist.
Noch ein Tipp:
Viele Geräte geben beim Einschalten einen starken Impuls am Ausgang ab und das könnte zu einem unerwünschten Schlag führen.
Zu beachten ist deshalb, dass zu Beginn, also bevor die Elektroden angeschlossen werden, alle Regler auf Null stehen und der Verstärker eingeschaltet ist.
Sind die Elektroden dann angeschlossen und in Position, kann die Lautstärke mit dem Regler für den Line- bzw. AUX-Eingang langsam nach Bedarf eingestellt werden. Eine Gefahr, dass zu hohe Spannungen in den Körper gelangen ist dann sicher ausgeschlossen.


MP3-Tracks

Natürlich ist ein Verstärker alleine nicht für die Elektrostimulation zu gebrauchen. Es sind Eingangssignale erforderlich, die speziell für diesen Zweck geeignet sind. Ich habe einige erprobte MP3-Tracks zusammen gestellt, die Sie downloaden und über einen MP3-Player oder iPodiPod ist eingetragenes Warenzeichen der Apple Computer Inc., registriert in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern in den Verstärker einspeisen können.
Die drei Tracks sind nur Muster mit einer Länge von je 20 Minuten. Wenn Sie mehr Tracks wollen, können Sie mir gerne per E-Mail schreiben. (Mehr... einblenden)


Sicherheitsaspekte

Die Frage nach der Sicherheit dieser Geräte taucht immer wieder auf. Freilich sind batteriebetriebene Geräte grundsätzlich sicherer. Aber auch die Variante mit ELA-Verstärker ist sowohl bei Betrieb mit 12 Volt als auch bei Netzbetrieb als sicher zu betrachten, weil ELA-Verstärker durch den Ausgangsübertrager von der Verstärkerschaltung galvanisch getrennt und über den Schutzleiter der Steckdose geerdet sind.
Da diese Verstärker mehr Leistung ausgeben können, ist darauf zu achten, dass die Lautstärke vorsichtig dosiert werden muss.
Die Elektroden sollten sich bei höheren Leistungen nicht näher als 5 cm kommen, weil sonst leicht Verbrennungen auf der Haut entstehen können.
Es ist unbedingt darauf zu achten, dass die Elektroden niemals so angebracht sein dürfen, dass das Herz dazwischen liegt.
Wenn Sie diese Regeln immer beachten, dann kann auch nichts passieren.



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